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Veranstaltungsübersicht

Der gemeinsame Austausch steht im Mittelpunkt des Innovationsdialogs Handwerk in NRW. Eine Übersicht über bisherige und kommende Veranstaltungen finden Sie hier.

NRW-Handwerk entwickelt mit Politik und Wissenschaft Impulse für die Zukunft

Unter dem Motto „Innovation in Zeiten des Wandels – und was das für die Handwerksbetriebe bedeutet“ fand nun im Sudhaus der Brauerei Schlüffken, Krefeld, der Auftakt-Workshop des Innovationsdialogs Handwerk in NRW statt.

Etwa 45 Expertinnen und Experten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung trafen sich zum ersten Innovationsdialog in dem modernen Handwerksbetrieb am Krefelder Nordbahnhof. Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart betonte zu Beginn: „Ich bin sicher, dass die große und wachsende Bedeutung des Handwerks auch in Zukunft eine wichtige Leitplanke für die Landespolitik bildet. Wir brauchen ein starkes Handwerk, um die Energie- und Klimaziele zu erreichen. Der neue Innovationsdialog ist deswegen eine große Chance.“

Matthias Heidmeier, Hauptgeschäftsführer des Westdeutschen Handwerkskammertags (WHKT), erläuterte eingangs das neue Format: „Mit Blick auf die nötige Transformation hin zur Klimaneutralität und die sich zuspitzende Fachkräftefrage gilt es, Impulse und Anstöße zu finden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks auch in Zukunft zu sichern. Das geht am besten im gemeinsamen Dialog mit Politik, Wissenschaft und Wirtschaft. Wir wollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Zukunft entwickeln.“ Heidmeier dankte der Landesregierung für die Förderung des Dialoges und unterstrich die parteiübergreifende Unterstützung des neuen Formats.

Anne Furth, Inhaberin der gastgebenden Brauerei, machte beim Auftakt-Workshop klar, dass es vor allem auf den Unternehmergeist im Handwerk ankomme. Als junge Gründerin beschrieb sie, wie sie den Betrieb vor vier Jahren mit ihrem Bruder aufbaute. Dank innovativer und digitaler Lösungen bremste sie selbst die Corona-Pandemie nicht aus, im Gegenteil: der Umsatz wuchs dank einer spontanen Erweiterung ihres Produktangebots gar jährlich. Wie Innovation im Handwerk gut funktionieren kann, beschrieb in diesem Sinne auch Andreas Ehlert, Präsident von Handwerk.NRW: „Innovation geht grundsätzlich immer von den Betrieben aus. Ihnen muss man die nötigen Freiräume eröffnen, damit sie in der Lage sind, innovativ zu handeln. Denn echte Innovation beginnt da, wo die Phantasie der Politik endet.“

Einigkeit herrschte derweil dabei, dass nur mit genügend Fachkräften aus dem Handwerk der Transformationsprozess gelingen würde. Hans-Joachim Hering, Präsident des Unternehmerverbands Handwerk: „Wir können unsere Klimaziele nur erreichen, wenn wir den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben. Dafür braucht es vor allem gute Handwerkerinnen und Handwerker.“ Berthold Schröder, Präsident des Westdeutschen Handwerkskammertags: „Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die berufliche Bildung zu stärken und somit mehr Menschen für den Weg der handwerklichen Berufsausbildung zu begeistern. “

Offen wurde diskutiert, welche Wege dazu führen könnten, insbesondere in den Engpassberufen zusätzliches Personal zu gewinnen. So schlug Architektur-Professor Moritz Fleischmann von der Hochschule Düsseldorf vor, nicht nur Studienabbrecher, sondern auch Akademikerinnen und Akademiker verstärkt als Zielgruppe von Handwerksbetrieben zu betrachten. Anhand eines von ihm mitbetreuten Solar Decathlon-Projektes veranschaulichte er außerdem, wie die Zusammenarbeit zwischen Handwerk und Wissenschaft gelingen kann, um neue Methoden im Holzbau zu entwickeln und umzusetzen.

Landesinnungsmeister Rüdiger Otto vom Baugewerbe-Verband Nordrhein hob hervor, dass die bei Kindern spürbare Begeisterung für das Handwerk zu selten in den Grund- und weiterführenden Schulen gefördert würde. Ebenfalls forderte er vor dem Hintergrund der eigenen betrieblichen Erfahrungen, dass sich die Integrationsprozesse für Fachkräfte aus dem Ausland deutlich verbessern müssten. Prof. Dr. Friedrich-Hubert Esser, Präsident des Bundesinstituts für Berufsbildung, warnte vor einer „Fachkräfte-Katastrophe“ im Handwerk, wenn es keine strukturellen Veränderungen zugunsten der beruflichen Bildung gibt. Es brauche eine echte Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung.

Aufbauend auf den Impulsen des Workshops entwickelt der Innovationsdialog nun passgenaue Formate, um konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Handwerk zu identifizieren. Darüber hinaus ist ein Podcast mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Politik und Wirtschaft geplant. Der Westdeutsche Handwerkskammertag leitet das vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW geförderte Projekt in enger Zusammenarbeit mit den weiteren Spitzenverbänden des NRW-Handwerks.

Fotos zu der Veranstaltung: https://www.whkt.de/owncloud/index.php/s/xZOiLhMe43Qn7Ak

Kontakt

Ansprechpartner:
Philipp Dohmen
E: philipp.dohmen[ ät ]whkt.de
T: 0211/3007 701

Henri Sandt
E: henri.sandt[ ät ]whkt.de
T: 0211/3007 722